Freitag, 4. April 2008
Dinge
Man muss natürlich sagen, dass es in SP auch unglaublich hässliche Plätze gibt, alte verfallene Häuser, Müll und Dreck. Bei einem meiner Streifzüge bin ich dann auch auf einen schaurig-schönen dunklen Innenhof gestoßen, leider sieht man das auf dem Foto nicht so gut. Was ich aber noch sagen sollte ist, das die Katze unter dem Torbogen nur drei Beine hatte -uhuuuuu...
Und was noch auffält: Russland ist touristisch einfach noch nicht so weit. Obwohl unsere Reisegruppe immer Tickets im Voraus bestellt hatte, konnten wir nie einfach so in die Ausstellungen gehen. Man kann nicht einfach sagen: "Hallo, wir sind Reisegruppe XY, wir sind jetzt da.", so einfach geht das nicht. Wir mussten erstmal zu der strengen, natürlich nur russischsprechenden, Dame an Eingang gehen und dann gab es immer eine lebhafte Diskussion zwischen der Dame und unserer Reiseleiterin. Dann wurde noch eine zweite Angestellte hinzugerufen und nach langer Diskussion konnte man dann nach 15 Min doch rein. Aber nur wenn man Glück hatte. Das letzte Foto zeigt den Katharinenpalast, allerdings nur von außen, denn da haben sie uns, trotz vorbestellter Karten, nicht reingelassen. Das Ticketsystem wurde gerade umgestellt und irgendwie konnte man unsere alten Tickets nicht mit den neuen indentifizieren, das hat man uns zumindest gesagt.
Das war ziemlich schade, denn das restaurierte Bernsteinzimmer hätte ich mir schon gern angesehen :-(
Naja, vielleicht im nächsten Leben oder wenn mich mal jemand nach Russland einlädt. Man braucht nämlich eine persönliche Einladung nach Russland, sonst bekommt man kein Visum, krass was!?
Architektur (II)
Architektur
Neben den ganzen orthodoxen Kirchen, von denen es in SP wirklich genügend gibt, habe ich auch eine kleine lutherische Kirche gefunden. Man muss schon genau hingucken, denn St. Petri (das hat mich ja gleich ein bisschen an Hamburg erinnert) liegt etwas abseits vom Newskij-Prospekt, der Flaniermeile SP. Auf Bild 3 sieht man mich nochmal vor der Eremitage, allerdings von der anderen Seite der Newa. Nachts sieht SP besonders toll aus, dann sind die ganzen historischen Gebäude nämlich angestrahlt und das sieht ziemlich cool auf. Auf dem Foto sieht man die Dreifaltigkeitsbrücke, die ein Geschenk der Franzosen war, ich glaube zum 300-jährigen Jubiläum 2003. Im Sommer werden übrigens die Brücken von 2-5 Uhr nachts hochgeklappt, denn die Newa wird im Sommer als Transportweg genutz. Wenn man dann auf der einen Seite des Flusses Party macht, muss man bis zum bitteren Ende durchmachen, denn die Metro fährt auch nur bis 1 Uhr nachts...
Straßenlaternen
Zum Bild mit den Männern in Uniform muss ich etwas mehr erklären. In Russland (oder speziell in St. Petersb.?) ist es nämlich verboten, Fotos von Soldaten oder Polizei jeglicher Art zu machen. Es ist ausserdem verboten, in den Metrostationen Fotos zu machen, dabei sind die wirklich schön. Dieses Foto ist auch so schlecht zentriert, weil ich's "zufällig" mit der Kamera vor dem Bauch gemacht habe und dabei angestrengt so getan habe, als ob ich mir was Anderes angucke. Also bitte diese Foto würdigen! Obwohl ich gar nicht weiss, was die dann eigentlich machen, wenn Sie einen erwischen? Vermutlich einsperren und alle Zehennägel einzeln rausreißen, bei den Russen weiss man ja nie so genau? (Bevor sich jetzt alle aufregen: Das war ein Scherz). Oder Sie nehmen einem den Pass weg? Das ist ja sowieso das (fast) Schlimmste, was einem in Russland passieren kann. Dann kann man nicht mehr ausreisen und muss Unmengen von Geld und Nerven bei den russischen Behörden lassen.
Scorpions: Dieses Plakat fand ich einfach nur witzig, Dinge gibt's!
Wetter...
Noch ein kurzes Wort zu der Statue: Die ist von Nikolaus I. und ist hier nur exemplarisch aufgeführt. In ganz St. Petersburg stehen irgendwelche Statuen rum, mit Abstand, die meisten von Peter I. und Alexander Puschkin. Die ganz oben zeigt aber trotzdem Lenin =) Warum hat der eigentlich immer eine Mütze in der Hand?
Ballet und der Beginn von St. Petersburg
Wir sind Donnerstag morgen um acht hier aus Helsinki los und waren dann nach allen üblichen Pinkel-, Raucher-, Grenz- und Tankpausen gegen fünf Uhr nachmittags in St. Petersburg, was aber noch nichts zu sagen hatte. Denn dort ist soviel (ich meine wirklich soviel) Verkehr, dass einfach ständig Stau ist und es noch eine weitere dreiviertel Stunde dauerte, bis wir endlich in unserer Jugendherberge waren. Ja, so wie sich das für Studenten gehört haben wir in einer Jugendherberge geschlafen; das war was - Zonenzeiten lassen grüßen! Jedenfalls hatten wir dann nicht mehr so viel Zeit uns schick zu machen, denn es ging ins Ballett, "Romeo und Julia" im Mariinskij Theater. Über dieses Theater könnt Ihr Euch selbst schlau machen, es gehört jedenfalls zu den besten Russlands und die Balletttänzer haben irre was drauf, da war ich schwer beeindruckt. Am Freitag gab es dann erstmal eine obligatorische Stadtrundfahrt. Dabei haben wir die Kirche in der Peter-und-Paul Festung besichtigt, da wurde der Grundstein für St. Petersburg gelegt. Schöne Kirche, auch wenn dieses Protzige der orthodoxen Kirche ja nicht so ganz mein Fall ist. Aber trotzdem sehr interessant. Nach der Rundfahrt hatten wir dann etwas Freizeit, die ich schnellen Schrittes mit meinem Reiseführer in der Hand verbracht habe, es gab ja soviel zu gucken! Anschließend die schon erwähnten drei Stunden Eremitage (die Recherche dazu sei dem interessierten Leser überlassen). Allein was da alles an Gemälden rumhängt: Rembrant, Tizian, Da Vinci, Gauguin, Picasso, Kandisky, C.D. Friedrich, Matisse, ...
Auf in die Russerei!
Die vier Tage haben mir aber sonst seeeehhhhr gut gefallen. Mann, ist St. Petersburg schön, diese ganze alte Architektur, einfach toll! Die Außenbezirke sind davon mal ausgenommen, die sind wie in jeder Großstadt (St. Petersburg hat 5 Millionen Einwohner - das ist ganz Finnland!!) unglaublich trostlos und hässlich, aber der touristisch interessante Teil ist wirklich toll. Und es gibt ja soviele Museen, da könnte man sich locker eine Woche mit beschäftigen. Am zweiten Tag unserer Fahrt (Freitag 28.03.) waren wir z.B. drei Stunden in der Eremitage und ich kann mit ruhigen Gewissens sagen, dass wir vielleicht ein Viertel der ganzen Ausstellung gesehen haben. Was noch ungewöhnlich ist, man muss mal wieder Geld tauschen, ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich das zum letzten Mal gemacht habe, muss schon eine Weile her sein!
Und: Es gibt noch echte Grenzkontrollen! Nicht so einfach durchfahren, wie man das nach Frankreich machen kann, nein, richig mit aus dem Bus aussteigen, und einzeln seinen Pass und sein Visum(!) vorzeigen, an der finnischen und russischen Grenzstation. Und dann muss man bei den Russen nochmal vorzeigen, wenn man wieder in den Bus einsteigen will, jaja, so ist das in der Russerei...
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